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Cool bleiben, wenn’s eng wird

14. Juni 2017

Autobahnbaustellen kosten viel Zeit und Geduld. Verengte Fahrbahnen, geänderte Verkehrsführung und die hohe Staugefahr machen die Bereiche zu besonders gefährlichen Abschnitten. Eine Vielzahl an Verkehrsschildern, Tempolimits, Ein- und Ausfahrten, Gegenverkehr nur eine Fahrbahnmarkierung weit entfernt, blinkende Verkehrsführungssignale – unter solchen Bedingungen geraten nicht wenige Autofahrer in Stress. Bei Nacht und Regen spitzt sich die Situation noch zu. Eberhard Lang von TÜV SÜD empfiehlt in erster Linie Gelassenheit: „Gerät der Autofahrer im Baustellenbereich in eine brenzlige Situation, bleibt kaum Platz, zu reagieren. Deshalb heißt es auf Baustellen in erster Linie: Ruhe bewahren!“

Tempolimit beachten: Häufigste Unfallursache auf Autobahnbaustellen ist überhöhte Geschwindigkeit. Zum Vergleich: Von 1.288 Unfällen mit Verletzten im Baustellenbereich 2015 sind 393 auf zu schnelles Fahren zurückzuführen. Dabei bringt Rasen, wenn es eng wird, kaum einen Zeitvorsprung. Rechenbeispiel: Wer bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 Stundenkilometern mit 100 Sachen unterwegs ist, braucht für eine Strecke von zehn Kilometern sechs statt siebeneinhalb Minuten. Hinzu kommt, dass die höhere Geschwindigkeit auf den verengten Spuren und bei starkem Verkehr kaum durchzuhalten ist und zusätzlichen Stress verursacht. Lang: „Gerade auf Baustellen heißt es: Fuß vom Gas und die Tempo-Limits befolgen.“

Abstand einhalten: Besonders im Baustellenbereich immer wieder zu beobachten sind Drängler, die versuchen, die linke Spur „freizumachen“. Dabei lassen enge Fahrspuren und unübersichtliche Verkehrssituationen kaum Platz für Ausweichmanöver und ausreichend schnelle Reaktionen. Hinzu kommt, dass Fahrzeuge auf so genannten Straßenverschwenkungen mehr Platz benötigen – besonders hier ist ausreichend Abstand alternativlos. Deshalb im Nadelöhr auf ausreichenden Abstand achten.

Überholen an der Baustelle: Weil die linke Spur oft auf zwei Meter Breite reduziert ist, wird es bei Überholvorgängen ziemlich eng. Vor allem dann, wenn Autos Fahrzeuge wie Omnibusse und Lastwagen passieren. Eberhard Lang empfiehlt daher allen, die sich bei solchen Manövern unsicher fühlen, auf die rechte Spur zu wechseln bis die Baustelle vorüber ist. Hinweis: Bei einem Unfall trägt der Überholende schnell eine Teilschuld.

Panne an der Baustelle: Werden Straßenabschnitte erneuert, wird aus Platzmangel meist auf den Standstreifen verzichtet. Deshalb bei einer Panne versuchen, eine Nothaltebucht zu erreichen. Ist dies nicht möglich, Warnblinkanlage einschalten und das Auto am rechten Fahrbahnrand abstellen. Dann heißt es Warnweste anziehen, das Fahrzeug auf der dem Verkehr abgewandten Seite verlassen und sich hinter der Fahrbahnabsperrung in Sicherheit bringen. Auf dem Weg zum Aufstellen des Warndreiecks andere Verkehrsteilnehmer per Handzeichen warnen. Wegen des erhöhten Unfallrisikos auf jeden Fall die Polizei verständigen.

Bildtext: Baustelle in Sicht? Dann heißt’s Ruhe bewahren.

Autoteile, die mehr Aufmerksamkeit verdienen

14. Juni 2017

Ein Auto besteht aus mehreren zehntausend Komponenten. Die überwiegende Anzahl hat mehr oder weniger mit Sicherheit zu tun. Viele kosten nicht die Welt, können aber bei einem Fehler oder Ausfall zumindest ärgerliche Folgen haben. „Probleme in der Beleuchtung wegen der weitgehend unbeachteten Glühlampen sind sehr häufig“, weiß Eberhard Lang von TÜV SÜD. Und erst wenn das Auto sich nicht öffnen lässt, weil der Funkschlüssel keinen Strom mehr hat, rücken die verantwortlichen Knopfzellen ins Bewusstsein der Autofahrer.

Drucksache: Reifenventile sind vielleicht die am längsten in Konstruktion und Aussehen unverändert gebliebenen Teile am Auto. Erfunden wurden sie schon 1893. Autohersteller und Reifenwerkstätten verwenden eigentlich keine schlechten Exemplare. Probleme entstehen aber durch falschen Umgang. „Es gibt tatsächlich Autofahrer, die nach einer Kontrolle des Luftdrucks die Ventilkappen aus Bequemlichkeit nicht mehr aufschrauben“, bedauert Lang. Dabei bilden sie nicht nur eine zusätzliche Abdichtung gegen Luftverlust. „Ohne Kappe kommt beim nächsten Aufpumpen unweigerlich Schmutz in den Ventileinsatz, der danach nie wieder richtig dicht hält“, weiß der Experte. Die gängigen, unscheinbar schwarzen Kunststoffhütchen und die aus Metall verfügen über eine eigene Dichtung. Nachgerüstete, chromglänzende Exemplare mit Logos oder anderem Zierrat mögen chic wirken, erfüllen nach Erkenntnissen von TÜV SÜD aber nicht immer die technische Basisanforderung. Oft fehlt eine wirksame Dichtung und mitunter sind sie auch so schwer, dass sie sogar eine Unwucht erzeugen.

Lichtgestalten: Wenn eine Autolampe durchbrennt, sollte sie nicht durch irgendein „Birnchen“ ersetzt werden. „Vor allem bei Scheinwerferlampen gibt es große Qualitätsunterschiede“, begründet der Experte seinen Tipp, nur Produkte der großen, renommierten Hersteller zu kaufen. „Nicht nur die Lebensdauer fällt sehr unterschiedlich aus. Für optimales Scheinwerferlicht muss die Glühwendel auf hundertstel Millimeter genau gefertigt sein.“ Fahrzeuglampen brauchen zudem eine Zulassung, über die nicht jedes No-Name-Produkt aus dem Internet verfügt.

Putzdienst: Scheibenwischblätter sind aufwendig gebaute Komponenten. Je nach Typ bestehen sie aus mehreren Dutzend Einzelteilen. Und beim Wischgummi zählt die Mischung. Bei den Spitzenmodellen kombinieren die großen Markenhersteller sogar Naturgummi und Synthetik-Materialien. Gelenke haben bei solchen Wischblättern Metallstifte, die eine leichtgängige Achse bilden. „Solchen Aufwand darf man nicht unbedingt bei einem Produkt erwarten, das nur ein Zehntel kostet“, versichert der Experte von TÜV SÜD. Auf der Scheibe bietet eine gute Qualität über lange Zeit eine gleichmäßige Reinigung.

Stromspender: In nahezu allen Autoschlüsseln sitzt heute eine Batterie. Sie versorgt nicht nur Sender für die Fernsteuerung der Zentralverriegelung. Auch Wegfahrsperren und die in manchen Fahrzeugmodellen vorhandenen Speichermodule für persönliche Einstellungen brauchen Energie. Eine leere Batterie im Schlüssel hat oft eine ähnliche Folge wie eine leere Autobatterie: Nichts geht mehr. „Viele Werkstätten wechseln die Knopfzellen der Schlüssel deshalb bei jedem Service vorsorglich aus“, sagt Eberhard Lang. Ein Reserve-Satz im Handschuhfach bewahrt vor unschönen Überraschungen, wenn die Zellen beispielsweise im Urlaub zur Neige gehen und passender Ersatz vor Ort nur umständlich zu bekommen ist. „Die Typenbezeichnungen der Batterien sind leider nicht einheitlich“, bedauert Lang. Keinesfalls darf die Größe das alleinige Kriterium für die Auswahl sein. Eine Vergleichstabelle hilft bei der Suche. Beim Kauf auch auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten! Angebote von losen, unverpackten Zellen sollte man mit Vorsicht genießen, da diese oft schon älter sind.

Anschlussstelle: Smartphones dienen inzwischen in vielen Autos auch als Navigationsgerät. Dabei brauchen sie viel Energie und deshalb sind Ladeadapter ein gebräuchliches Zubehör. Aus der 12-Volt-Steckdose machen diese in der Regel einen USB-Ladesteckplatz. Auf dem Markt sind unzählige Modelle für Preise ab ein paar Euro zu haben. Sie unterscheiden sich aber beträchtlich. „Manche haben zwar bunte Kontrolllämpchen, aber nur einen schwachen Ladestrom, der zudem ungenügend geregelt ist“, berichtet Lang von TÜV SÜD. Im Extremfall kann eine zu große Abweichung von der genormten USB-Ladespannung von 5 Volt das angeschlossene Telefon beschädigen.

Bildtext: Die unscheinbaren Reifenventile erfüllen wie andere kleine Teile am Auto wichtige Aufgaben.

Reisegepäck im Auto richtig sichern

14. Juni 2017

Schon allein die Zahlen zeigen das Gefahrenpotenzial: „Crashtest-Experten haben ausgerechnet, dass ein Aufprall bei 50 Stundenkilometern beispielsweise eine Getränkekiste mit dem Normalgewicht von 14 Kilogramm so stark beschleunigt, dass sie beinahe eineinhalb Tonnen wiegt“, sagt Eberhard Lang von TÜV SÜD. Trifft sie dann einen Insassen, kann das tödlich enden. Urlaubsgepäck wiegt nicht selten über 100 Kilogramm. „Bei der Fahrt in den Familienurlaub sitzen direkt davor die Kinder, im unmittelbaren Gefahrenbereich. „Gepäck muss ordentlich gesichert sein“, bekräftigt Lang.

Anschnallen: Viele Kombis und Vans verfügen über Ösen im Laderaum. In sie lassen sich Sicherungsgurte einhängen, die am besten kreuzweise über die Ladung gezogen werden. Besonders sorgfältige Packer legen vorher noch eine Decke oder ein Netz über das Gepäck. Zum Verzurren selbst aber nur geeignete Spanngurte verwenden! Die Experten von TÜV SÜD warnen ausdrücklich vor dem Einsatz von Schnüren oder auch Gummi-Spannern.

Kleinteile: Nicht nur große und schwere Gegenstände können schon bei heftigem Bremsen Unheil anrichten. „Gerade auch kleine Teile werden dann zu gefährlichen Wurfgeschossen“, warnt der Experte. Solche Dinge sind am besten in einer Tasche oder einem Karton aufgehoben.

Hinter Gittern: Ein Trenngitter zwischen Laderaum und Rücksitz ist beileibe nicht nur für den Transport von Haustieren nützlich. Allerdings muss es stabil befestigt sein. Ähnliches gilt für die praktischen, in der Rücklehne integrierten Netze, deren Sicherheitspotenzial den Gittern in der Regel nicht nachsteht. Lang rät zu Lösungen, die der Autohersteller ab Werk oder als Originalzubehör anbietet. Sie sitzen in der Regel in bereits vorgesehenen Befestigungspunkten. Sogenannte Hundegitter, die sich nur beispielsweise mit Schaumstoffpolstern am Boden und Dachhimmel abstützen, sichern nur ungenügend vor herumfliegender Ladung.

Luft nach oben: Wenn ein Kombi nicht über ein Sicherungsnetz oder Gitter verfügt, sollte die Ladung nie über die Oberkante der Rücklehne hinausragen. „Sonst kann sie ungehindert auf Insassen geschleudert werden, und auf die Kinder auf dem Rücksitz als erste“, warnt der Experte. Einzelne schwere Gegenstände stehen auch besser nicht an der Trennstelle getrennt umlegbarer Rücksitze. Das gilt übrigens auch für Limousinen, bei denen die Rücksitzlehnen zum einfachen Durchladen nach vorn klappbar sind.

Nach vorn schieben: Ist der Gepäckraum auf der Urlaubsfahrt ausnahmsweise nicht ganz ausgefüllt, sollten einzelne Gepäckstücke oder Einkaufskörbe stets bis zur Lehne des Rücksitzes oder der Trennwand nach vorn geschoben werden. „Das verhindert, dass die Ladung beim scharfen Bremsen oder einem Unfall auch noch Schwung holen kann“, begründet der Experte von TÜV SÜD.

Bildtext: Häufig unterschätzt: die Gefahr von ungesichertem Gepäck.

Kontakt halten

14. Juni 2017

Starkregen, Sturmböen, Gischt – Autofahrer sollten bei extremem Wetter alarmiert sein. Gerade bei Starkregen heißt es: Runter mit dem Tempo – rauf mit der Aufmerksamkeit, denn es droht Aquaplaning. 

Alle Wagenlenker kennen das Phänomen: Das Lenkrad ruckt, es lärmt in den Radkästen, es herrscht Alarmzustand. Nicht ohne Grund, denn im Falle von Aquaplaning werden Mensch und Material Höchstleistungen abverlangt. Ein neues Profil mit sieben und mehr Millimetern leitet das Wasser noch bei rund 80 km/h ab. Mit nur drei Millimetern Profiltiefe fahren Autofahrer bereits ab Tempo 70 Wasserski. Beim gesetzlichen Mindestwert von 1,6 Millimetern droht Aquaplaning schon bei 50 Sachen. Breite Schlappen schwimmen tendenziell früher auf als eine ausgewogene Bereifung. Faustformel fürs Profil von Eberhard Lang, TÜV SÜD: „Rechtzeitig wechseln. Zwischen drei und vier Millimeter Profil ist das Minimum.“

Abstand: Werden Straßen plötzlich nass, ist es wichtig, den Abstand zu den anderen Verkehrsteilnehmern zu vergrößern. Dazu aber auf keinen Fall hektisch lenken oder bremsen. Das gilt besonders auf Autobahnen. Fängt es plötzlich an, stark zu regnen, Scheibenwischer auf höchste Stufe, Fuß vom Gas, behutsam die Geschwindigkeit verringern, Verkehr beobachten und Ruhe bewahren. Nach dem Verzögern nicht vergessen: Linke Spur verlassen!

Warnung: Aquaplaning kündigt sich an. Meist ist die Fahrbahnoberfläche bereits mit einem Wasserfilm versehen. Oft hört man dann ein lautes Geräusch von Wasser, das in die Radkästen oder unter den Fahrzeugboden spritzt. Durchdrehende Räder oder zuckende Zeiger von Drehzahlmesser oder Tachometer sind da schon die großen Warnzeichen. Auch ein Rucken in der Lenkung zeigt, dass zeitweise der Boden unter den Rädern des Autos verloren gegangen ist. „Bei Regen verstärkt auf solche Zeichen achten“, so der Hinweis von Lang.

Straße: Spurrillen erhöhen die Gefahr deutlich. Doch der Belag spielt ebenfalls eine große Rolle. Es gibt spezielle Asphaltsorten, die Wasser besser ableiten. Eine Neigung oder Wölbung der Straße unterstützt den Abfluss. Besonders anfällig sind dagegen Betonfahrbahnen, wie sie aktuell wieder häufiger auf Autobahnen angelegt werden. Der Profi-Tipp von TÜV SÜD: Auf Änderungen der Straßenverhältnisse und der Beläge achten! Bei Spurrillen besondere Vorsicht walten lassen und Geschwindigkeit zusätzlich verlangsamen!

Lenkung: Schwimmen die Vorderräder erst einmal, ist Lenken nicht nur unmöglich, sondern geradezu schädlich. Das Auto reagiert nämlich zunächst nicht, wechselt dann aber unter Umständen schlagartig die Richtung, wenn die Reifen wieder greifen. Der wichtige Tipp von TÜV SÜD: Vor Lenkkorrekturen erst die Geschwindigkeit senken, damit die Bodenhaftung wiederhergestellt ist.

Bremse: Im Gegensatz zur Lenkung darf die Bremse jederzeit eingreifen – jedenfalls wenn das Auto zumindest mit ABS ausgerüstet ist, das ein Ausbrechen schon weitgehend verhindert. Nicht zu zaghaft aufs Pedal treten! ABS sorgt dafür, dass kein Überbremsen eintritt. TÜV SÜD Zusatz-Tipp: Bei nassem Wetter hin und wieder leicht auf die Bremse treten! Das trocknet Beläge und Scheiben, die im Notfall dann schneller greifen. Moderne Systeme in Premium-Fahrzeugen tun dies übrigens von allein und ohne dass es der Fahrer merkt.

Weitblick:Besonders innerhalb geschlossener Ortschaften muss bei plötzlichem Regen auch verstärkt auf Fußgänger geachtet werden, die schnell die Straße überqueren, um der Nässe zu entkommen – auch bei roten Fußgängerampeln. Beim Schauer also: Fuß vom Gas und verstärkt die Bürgersteige und Fußgängerüberwege beobachten. Beim Durchfahren von Pfützen darauf achten, dass Passanten nicht noch nasser werden. Vorausschauend fahren und Rücksicht nehmen – so lautet die Devise nicht nur bei schlechtem Wetter.

Bildtext: Bei solchen Straßenverhältnissen gilt: Aufmerksamkeit hoch – Tempo runter!

Schnell für klare Verhältnisse sorgen

18. November 2016

Tipps von TÜV SÜD, wie man sich nach einem Unfall am besten verhält. 

Wie hoch sind die Reparaturkosten? Was ist das Fahrzeug nach der Reparatur wert? Wie hoch sind Wiederbeschaffungs- und Restwert? Ob Verursacher oder nicht, jeder Crash droht schnell zum Horrorszenario zu werden: Um die Reparatur des Autos kümmert sich die Werkstatt, klar. Aber wenn es Ärger mit dem Versicherer gibt? Dazu Maximilian Küblbeck, Leiter Schadenmanagement bei TÜV SÜD: „Bei einem Unfall ist Klarheit für alle Parteien die Grundvoraussetzung für eine schnelle Einigung. Ein neutrales Schadengutachten ist die beste Basis.“

Die TÜV SÜD-Sachverständigen stellen Beweise sicher, ermitteln den Schadensumfang, die Wertminderung und die voraussichtliche Reparaturdauer. Ein Vorteil, wenn man nicht schuld war: Liegt der Schaden über der Bagatellschadengrenze von circa 750 Euro, übernimmt die Versicherung des Verursachers die Gutachtenkosten – bei freier Werkstattwahl. Noch ein Plus: Autohäuser beraten nicht nur im Schadenfall, sondern sie dürfen auch direkt mit dem Versicherer abrechnen. Dadurch müssen Geschädigte nicht in Vorleistung gehen. Partner vieler Werkstätten: TÜV SÜD. Die Experten stehen zudem bereit, wenn doch einmal juristische Hilfe nötig werden sollte: mit umfangreicher Beratung und einer Datenbank, um einen Fachanwalt in der Nähe vorzuschlagen.

Natürlich auch, wenn man den Unfall verschuldet hat. Die TÜV SÜD-Fachleute klären anhand des Versicherungsvertrags, welche Rechte der Schuldige hat. „Der Beratungsservice rund um den Unfallschaden sorgt für Klarheit und rundet das TÜV SÜD-Angebot in Sachen Schadengutachten ab“, so Küblbeck. Alles zusammen sorgt dafür, dass der Horror, der ohnehin mit jedem Unfall verbunden ist, bei der Schadensregulierung nicht ganz so groß ist.   

Immer dabei haben sollten Autofahrer für den Unfall Folgendes: Verbandskasten, Warndreieck und Warnweste. Bei Kfz mit mehr als dreieinhalb Tonnen Gewicht muss zusätzlich eine Warnleuchte an Bord sein. Hilfreich nach dem Crash: Eine Kamera, um Ort und Hergang zu dokumentieren. Genau nachzulesen ist alles im kostenlosen TÜV SÜD-Unfallratgeber. Die Broschüre und viele weitere Tipps rund um den Unfall gibt es in jedem Service-Center und im Internet unter www.tuev-sued.de.

Die Sachverständigen von TÜV SÜD sind unabhängig von Versicherungen und begleiten Beteiligte bei einem Verkehrsunfall im gesamten Bundesgebiet. Von der allgemeinen Beratung über das unabhängige Schadengutachten durch die Sachverständigen bis hin zur Empfehlung von Anwälten in der Nähe, wenn direkte juristische Unterstützung nötig wird. Ein Rundum-Service der TÜV SÜD Sachverständigen, der vor allem eines leistet: Rechtssicherheit und optimale Abwicklung.

Fünf Fitnesstipps fürs Fahrwerk

18. November 2016

Mängel an Fahrwerk und Lenkung werden bei den Hauptuntersuchungen nach der Beleuchtung mit am häufigsten bemängelt. Bei älteren Autos nimmt die Zahl der Beanstandungen verschleißbedingt zu. Gründe sind neben der zunehmenden Komplexität der Fahrwerke vor allem das steigende Gewicht der Fahrzeuge, verbunden mit der Notwendigkeit zum Leichtbau an den Achsen. Ab dem zehnten Jahr hat jedes zehnte Auto Probleme. „Radaufhängung, Achsen und Lenkung sind heute hochkomplexe Komponenten“, sagt Eberhard Lang von TÜV SÜD. „Unachtsamer Umgang oder mangelnde Wartung schlägt sich schnell in einem Verlust an Performance und Sicherheit nieder. Autofahrer können vorbeugen: durch eine schonende Fahrweise und regelmäßige Wartung.“

Bordsteine: Die häufigste Ursache von Schäden am Fahrwerk ist der grobe Kontakt mit Bordsteinen. „So etwas schadet nicht nur Reifen und Felgen, sondern beispielsweise auch Kugelgelenken am Querlenker und Spurstangen“, sagt Eberhard Lang. Die Probleme haben in den vergangenen Jahren zugenommen, weil die Reifen immer flacher geworden sind, während Bordsteine ihre Höhe behalten haben. „Statt der Reifen kommen nun öfter die Felgen mit der Bürgersteigbegrenzung in Kontakt. Die Stöße sind entsprechend härter“, so der TÜV SÜD-Experte.

Schlaglöcher: Sie bekamen ihren Namen nach den Schlägen, denen sie Autofahrern früher verpassten. Heutige Fahrwerke filtern einen großen Teil davon weg. Doch was vor vielen Jahren Knochen und Nerven der Insassen belastete, geht heute auf die Fahrwerksteile. Die halten das zwar aus, doch auch nicht unbegrenzt. Besonders gefährdet sind Querlenker und ihre Gummibuchsen. Ob letztere allein ausgetauscht werden müssen oder der gesamte Querlenker, ist von Modell zu Modell verschieden. Die Fachwerkstatt kann das entscheiden.

Geländefahrten: Allradantrieb und Sperrdifferential suggerieren bei manchen Autos eine besondere Geländetauglichkeit. Klar kommt man mit diesen Modellen leichter über schlechte Wege. TÜV SÜD- Fachmann Lang: „Niemand sollte aber glauben, dass häufiges Fahren unter solchen Bedingungen spurlos an der Radaufhängung vorbeigeht.“ Manche Hersteller schreiben für Autos, die häufig außerhalb befestigter Straßen gefahren werden, kürzere Wartungsintervalle vor. Ist das nicht der Fall, sollte man den Wagen trotzdem mal außer der Reihe checken lassen. Das gilt vor allem, wenn Warnsignale wie klackende Geräusche auftreten.

Stoßdämpfer: Der Name drückt es schon aus: Stoßdämpfer sollen Stöße abmildern. Tun sie es nicht, schlagen Bodenwelle und alle Unebenheiten direkt auf die Radaufhängung durch. Weil Stoßdämpfer schleichend altern, gewöhnt sich der Fahrer daran. Nur der Test in einer Werkstatt sagt, ob der Austausch nötig ist. Neue Stoßdämpfer entlasten nicht nur das Fahrwerk, sie bringen auch ein Plus an Sicherheit. Schon zur Hälfte verschlissene Stoßdämpfer beeinflussen nämlich das Handling in Notsituationen deutlich.

Koppelstangen: Unter mangelhaft arbeitenden Stoßdämpfern leiden die Koppelstangen zum Querstabilisator besonders stark. Diese meist eher filigranen Teile werden bei Wankbewegungen in Querrichtung belastet und gehören zu den ersten kaputten Fahrwerksteilen. Das Ergebnis ist in Form von lautem Klacken hörbar. Dagegen kann man wenig tun. Die Reparatur ist in der Regel aber nicht besonders teuer.

Diese fünf Mängel einfach vermeiden

18. November 2016

Licht: Xenon, LED, Laser – trotz der rasanten Entwicklung in der Beleuchtungstechnologie führen Lichtmängel seit Jahren mit rund 30 Prozent die Listen an. „Das müsste nicht so sein“, erklärt Eberhard Lang von TÜV SÜD. „Die Funktion von Scheinwerfern und Signallichtern kann jeder Autofahrer selbst prüfen.“ Es ist also total überflüssig, dass ein Auto mit defekter Beleuchtung überhaupt vorgeführt wird. Moderne Fahrzeuge zeigen einen Lampenausfall zudem im Cockpit an.

Bremsen: Beim Sicherheitssystem Nummer eins, den Bremsen, gehen die Prüfer keinen Kompromiss ein. Was hier an Reparaturen gefordert wird, ist ein absolutes Muss. Die Inspektion einer Bremsanlage erfordert viel Fachkenntnis. Der Werkstattmeister sagt, was zu tun ist – oder aber der Ingenieur an der Prüfstelle.

Reifen: Mit weniger als 1,6 Millimeter Profil braucht niemand zur Prüfstelle zu fahren. Ein paar genaue Blicke auf den Zustand der Gummis stellen sicher, dass der Weg auch nicht mit anderweitig geschädigten Reifen angetreten wird. Entgegen einer landläufigen Meinung ist das Reifenalter allein aber kein Grund zur Ablehnung.

Abgas: Ohne eine bestandene Abgasuntersuchung gibt es keine Plakette. Zu hohe Emissionswerte liegen nur selten am Katalysator. In den meisten Fällen genügen schon frische Zündkerzen und ein neuer Luftfilter. In schwierigeren Fällen und vor allem beim Diesel können schon mal die Einspritzdüsen oder Luftmassenmesser fällig werden. All diese Maßnahmen bringen nicht nur das Auto durch den TÜV, sondern auch für die Umwelt etwas. Das ist auch beim löchrigen Auspuff der Fall, der schließlich Lärmemissionen erzeugt.

Sicht: Verschlissene Scheibenwischer schränken den Blick auf die Straße bei Regen sowie die Chancen auf die Plakette ein. Ihr Tausch – auch am Heck – ist keine große Sache. Anders sieht es aus, wenn die Scheibe durch Steinschläge oder viele Kratzer im Sichtbereich nicht mehr die Ansprüche an eine ausreichende Sicht erfüllt. Hier darf niemand darauf bauen, dass verschmutztes Glas die Mängel überdeckt. Den Trick kennen die Prüfer.

Kleinigkeiten: Der Check des Verfallsdatums auf dem Inhalt des Verbandkasten dauert nur eine halbe Minute. „Noch schneller ist ein Teil geprüft, das gar nicht so selten defekt ist: die Hupe“, ergänzt Lang.

Wer sich die beschriebenen Checks nicht selbst zutraut, ist am besten in einer Fachwerkstatt aufgehoben. Abzuraten ist allerdings von Pauschalaufträgen wie „TÜV-fertig machen“. Zuvor soll der Meister genau angeben, was gemacht werden muss und was es kostet. Wer höchstens kleinere Mängel vermutet, kann nach den einfachen Grund-Checks auch zur Prüfstelle fahren. Der Untersuchungsbericht nennt die nötigen Maßnahmen dann schwarz auf weiß.